Geschichte

Vereinsradfahren in Breisach ab 1890

Der heutige Radsportverein Breisach wurde im Oktober 1985 im Hotel Bären gegründet. Nachforschungen im städtischen Archiv ergaben, daß schon 1889 ein erster Radfahrer-Verein gegründet wurde. Am 9.1.1890, so stand es in der Breisacher Zeitung, hielt der „Radfahrerverein Alt-Neu-Breisach im Bahnhofsrestaurant eine Sitzung ab. In einer Gemeinderechnungsbeilage wird 1892, aus Anlaß einer festlichen Veranstaltung, im Mai der Radfahrverein erneut erwähnt. Daß die Radfahrer um die Jahrhundertwende mit anderen Problemen zu kämpfen hatten, spiegelte sich in einem Bericht in der Breisacher Zeitung 1895 wieder, als über die „Auswüchse des Velosports“ berichtet wurde. Am 17.2.1896 zeigen die Radfahrer bei einer Fastnachtsveranstaltung die Verwendung des Fahrrades im 20. Jahrhundert. Als Vereinslokal wird das Gasthaus „Zur Kanone“ erwähnt. Über sportliche Erfolge wird zum ersten Mal 1899 geschrieben. Der Champion A. Clorer gewinnt im Herbst mehrere Preise bei Rennen. Das Fahrrad setzte in den folgenden Jahren seine Entwicklung fort und 1901 gibt es in Breisach eine „Fahrrad-Handlung“ Emil Weber und den „Goliath-Fahrradbau“ bei A.Weingart-Herbst. Dann wird der Radfahrer Club erst wieder am 11.7.1912 erwähnt als er im Gasthaus Bären eine Versammlung abhielt. In diesem Jahr wird auch die „Goliath-Fahrrad GmbH Breisach a. Rh.“ (Salmengasse) und die„Schlosserei und Fahrrad-Reparaturwerkstatt Wilhelm Dellenbach“ (Altgasse/Richard-Müller-Str.) erwähnt. Irgendwann in der Zeit zwischen 1912 - 1932 wurde dann der Name in „Solidarität- Arbeiter- Rad- und Kraftfahrer-Bund“ geändert. Das Vereinslokal war das Gasthaus „Stadt Freiburg“. Im Jahre 1933 wurde der Verein wahrscheinlich im Zuge der NS-Gleichschaltung aufgelöst. Über 50 Jahre später, am 1. Oktober 1985 fand dann die Neugründung des „Radsportvereins Breisach“ im Hotel Bären statt.

Der Verein ist Mitglied des Badischen Radsport-Verbandes e.V. (BRV), der dem Bund Deutscher Radfahrer e.V. angehört (BDR).

Der RSV Breisach veranstaltet seit 1986 einen internationalen Radrenntag im April.

Neugründung 1985

Im Oktober 1985 tat sich eine Gruppe aus 41 begeisterten Radsportlern in Breisach zusammen und formierte sich zur Neugründung des Radsportvereins, welcher bereits von 1890 bis zur Gleichschaltung im Jahr 1933 existierte. Einer der Ideengeber war hier sicherlich das Breisacher Radsportidol Harald Sütterlin. Der erste Vorsitzende Franz-Josef Ehret fand mit Michael Mros auch gleich einen stellvertretenden Vorsitzenden, der durch seine vielfältige und langjährige Vereinserfahrung den jungen RSV stabilisierte und nach vorne brachte. Bereits im ersten Vereinsjahr wurde ein Radrennen im Mittlerfeld organisiert, das mit Vereins-, Jedermann, Schüler- Amateurrennen eine gewaltige Aufgabe darstellte, sich aber sogleich wie wir heute wissen, im Veranstaltungskalender der Stadt Breisach zu einer festen Größe etablierte. Ein weiteres Highlight im Gründungsjahr war auch eine Partnerstädtefahrt mit Breisachs Partnerstadt St. Louis. Man war rührig und motiviert und konnte schon bald eine Rennmannschaft mit 7 Amateuren und zwei Jugendfahrern vorstellen. Unvergessen für die Teilnehmer ist wohl auch der zweiwöchige Trainingslageraufenthalt im italienischen Küstenstädtchen Lagueglia, wo man auch große Rennstrecken bis nach San Remo streifte. Man hatte dort schon, trotz eines Ruhetages ein wöchentliches Trainingspensum von rund 600 Km. Eines der wichtigsten Ziele war und ist immer noch die Förderung des Radrennsports und die RADRENNTAGE, hochkarätigen Amateursport und Jugendrennen in vielen Kategorien, um den Nachwuchstalenten in Breisach eine gute Plattform zum Kräftemessen zu bieten. Die Breisacher Radrenntage etablierten sich schnell und der spätere Rundkurs auf dem Gelände des BADISCHEN WINZERKELLER ist bei vielen Fahrern als schnelle, sichere und anspruchsvolle Rennstrecke beliebt. Aus den nicht lizenzierten Fahrern formierte sich im Jahr 1986 eine 12-köpfige TOURISTIK-Gruppe, die es mit großen Trainingsstrecken auf Jahresleistungen von 8000 - 10000 Km brachte. Diese Fahrer trainierten in einwöchigen Trainingslagern in Italien, Vorarlberg, in der Schweiz und Südfrankreich. So waren sie für die saisonalen Trainingsfahrten „Rund um den Bodensee“, im Schwarzwald, den Vogesen bis nach Luxemburg bestens vorbereitet. Ebenfalls in diesem Jahr wurde die Rennserie der Vereinsmeisterschaften in vier Einzelrennen ins Leben gerufen, die bis heute ausgetragen wird. (siehe Bestenliste) Der große Zusammenhalt in der Breitensportgruppe, die unermüdliche Hilfe an den Renntagen und sonstigen Veranstaltungen, sowie die bereitwilligen Unterstützungen der Sponsoren sichert dem Verein bereits seit vielen Jahren eine gute wirtschaftliche Grundlage. Jährliche Wanderungen und viele gemeinsame Ausfahrten beleben und stärken die Gemeinschaft. Alle Veranstaltungen wurden und werden mit viel Engagement geplant und durchgeführt. Die anhaltende Kontinuität im RSV zeigt sich auch durch wenig Führungswechsel in der Vorstandsmannschaft:

Vorsitzender                                              Stellvertreter

1986-1987   Franz-Josef Ehret                    Michael Mros

1987-2002   Knut Lehmann                        Kurt Pierre (-91)

2002-2010   Werner Schneider                   Horst Wolf (91-)